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| | Wild | | Wir informieren Sie über unsere heimische Wildarten. |
| Allgemein | | Im mitteleuropäischen Raum zählt der Rothirsch zum grössten freilebenden Wildtier,
er ist eine Art der echten Hirsche. Unter den verschiedenen Hirscharten zeichnet er sich durch
sein besonders großes und weitverzweigtes Geweih aus, welche nur die männlichen Tiere entwickeln.
Die weiblichen Tiere werden als Hirschkuh oder weidmännisch als Kahlwild bezeichnet,
das Jungtier als Kalb. |  |
Nach Alter und Geschlecht bezeichnet der Jäger beim Rotwild die männlichen bzw. weiblichen Stücke:
- - 1. Lebensjahr: Hirschkalb bzw. Wildkalb
- - 2. Lebensjahr: Schmalspiesser bzw. Schmaltier
- - 3. Lebensjahr: Hirsch vom 2. Kopf bzw. Alttier (nachdem es ein Jungtier geboren hat)
- - 4. Lebensjahr: Hirsch vom 3. Kopf bzw. Alttier
- - als ausgewachsen gilt ein Hirsch vom 6. Kopf
Die Lebenserwartung eines Rothirsches beträgt längstens 18 Jahre.
Rotwild äst weniger wählerisch als Rehe, den „Konzentratselektierern“,
aber auch weniger systematisch als Muffelwild, dem „Raufutterfressern“.
Es bedarf grössere Mengen an Mischäsung, nämlich eine Aufnahme von ungefähr
12 kg am Tag. Sie besteht im Wald aus bodennahen Gräsern und Kräutern,
aber auch aus Knospen, Blättern, Nadeln, Früchten und zum Leidwesen
der Waldbauern, aus Rinden. Es locken auf dem Feld Hafer und Weizen ebenso,
wie Rüben- und Kartoffelschläge. Rotwild sucht Feldflächen in der Nacht auf.
Das rotbraune Sommerhaar gab dem Rothirsch seinen Namen. Ab September bricht
das doppelt so lange, harte graubraunen Winterhaar durch.
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| Das Geweih |  | Hirschkälber entwickeln im Winter ihres 1. Lebensjahres den sogenannten Rosenstock, gegen
Ende ihres 1. Lebensjahres hat dieser die Form von 2 kleinen Hölzern, aus denen sich noch im Verlauf der
Sommermonate erste noch verzweigte Geweihstangen, sogenannte Spiesser, entwickeln. Diese Spiesser werden
im Frühjahr, wenn der Hirsch das Ende seines 2. Lebensjahres erreicht hat, abgeworfen und es setzt sofort
die neue Geweihbildung ein. Unter idealen Bedingungen nehmen tendenziell die Länge der Geweihstanden, das
Geweihgewicht und die Endenzahl bis zum zwölften Lebensjahr zu. Selten besitzen Hirsche mehr als 20 Enden,
ebenso lässt die Zahl der Enden nicht auf das Alter rückschliessen. Es spielen für die Geweihbildung viele
Faktoren eine Rolle, auch der Umwelteinfluss und das Klima. Während der Wachstumsphase, ist das Geweih mit
einer behaarten Haut der sogenannten Basthaut überzogen. Durch diese verlaufen, wie durch das noch wachsende
Geweih, Blutgefässe. Um die Basthaut abzubekommen, fegen sie ihr Geweih an Zweigen, Sträuchern…
Der Geweihabwurf erfolgt, wenn der Testosteronspiegel am niedrigsten ist, dies geschieht im Februar/März.
Die Wachstumsphase des neuen Geweihes ist nach 120 Tagen abgeschlossen.
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| Lebensraum in Deutschland | | In Deutschland liegen die bedeutendsten Rotwildvorkommen vor allem in Zentren der grösseren
Mittelgebirgen, waldreiche Gebiete weisen auch einen höheren Bestand auf. Der Rothirsch ist ursprünglich
Bewohner offener und halboffener Landschaften gewesen, im Jahresverlauf kamen und kommen durchaus ausgedehnte
Wanderungen zwischen Sommer- und Wintereinständen vor, die sowohl für den Nahrungserwerb als auch für den
Genaustausch wichtig sind. Im dicht besiedelten Teil Mitteleuropas wird der Rothirsch durch den Menschen
heute hauptsächlich in große Waldgebieten zurückgedrängt. Rothirsche bevorzugen Lebensräume mit einer
engen Verzahnung aus strukturreichen Wäldern, Dickungen und großen offenen Lichtungen.
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| Lebensweise | Unter Einfluss des Menschen ist der Rothirsch überwiegend zum Dämmerungs- und Nachttier
geworden. Es lebt in kleinen Familienverbänden, dem Alttier mit Kalb, manchmal dem Vorjahreskalb oder
in Rudeln. Diese Kahlwildrudel bestehen aus mehreren Mutterfamilien. Die Führung übernimmt ein Alttier,
das Leittier. Es bestimmt sämtliche Aktivitäten im Tagesrythmus. Verliert das Leittier ihr Kalb,
gibt sie ihre „Leitung“ auf.
Die Hirsche schliessen sich ebenfalls zu Rudeln oder kleinen Trupps zusammen. Grössere Rudel bilden
meisst nur die 2- bis 5-jährigen Hirsche. Im Hirschrudel ist die soziale Rangfolge besonders deutlich.
Köper- sowie Geweihgrösse, Kampfbereitschaft und das Alter spielen hier eine Rolle, so hat meist ein
Jüngerer die Stellung des Leithirsches.
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| Brunft | | Die Paarungszeit bzw. Brunft beginnt etwa 20. September und endet etwa 10.Oktober. Schon
Ende August trennen sich die älteren Hirsche von ihrem Trupp und machen sich auf die Suche nach einem
Kahlwildrudel. Ausschlaggebend ist für den früheren Aufbruch, dass ältere Hirsche früher einen höheren
Hormonspiegel bekommen, als Jüngere. Die Alttiere werden erst später brunftig. Die Rudelbildung findet
meist auf einer übersichtlichen, ebenen Fläche statt. Der Platzhirsch sichert auf seinem Brunftplatz
sein Brunftrudel mit lautem Röhren und Imponiergehabe. Er vertreibt die Beihirsche und kommt zum Beschlag.
Gleichrangige Hirsche kämpfen durch frontale Zusammenstösse mit den Geweihen, nach vorhergehenden
Imponiergehabe und festen Regeln, oft bis zur Erschöpfung. Ein tödlicher Ausgang ist selten.
Durch den Altersaufbau des Hirsches kommen Schmalspiesser, auch wenn sie schon geschlechtsreif sind,
selten zum Beschlag. In der Brunft kann der Hirsch zwischen 15 und 20kg Gewicht verlieren. Die Tragezeit
bei Alttier, dauert 34 Wochen. Ein, selten zwei Kälber werden vom Tier zwischen dem 20. Mai und 15. Juni
gesetzt. Bis Januar werden die Kälber gesäugt.
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| Sinne | | Gehör- und vor allem Geruchssinn sind beim Rotwild gut ausgeprägt. Bewegungen eräugen
Hirsche weitwinklig, sowie sehr schnell mit der „Brennlinie“ ihrer Lichter. Plastisches Sehen ist ihnen
nur in einer sehr schmalen Zone möglich. So können sie stillstehenden Beobachter auf kurzer Entfernung
passieren. Vernimmt der Rothirsch aber etwas, wird er misstrauisch. Lichter, Lauscher und Windfang
konzentrieren sich auf das unbekannte Neue. Die Flucht ist dann meist die nächste Reaktion.
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