Rehwild

Beschreibung

Allgemein

Das Rehwild ist die in Europa verbreitetste und zahlenstärkste Schalenwildart. Sie gehören zur Familie der Hirsche. Das männliche Tier wird Bock genannt, das weibliche Tier nach Vollendung des ersten Lebensjahres Schmalreh und in den folgenden Jahren Ricke. Das Junge heisst im ersten Lebensjahr Kitz. Die Kitze werden nach Geschlecht als Bockkitz und Rickenkitz unterschieden. Im Süddeutschen Raum wird für die Ricke auch die Bezeichnung Geiss verwendet. Männliche Tiere tragen ein Geweih in der Jägerspreche „Gehörn“ genannt, dieses fällt jährlich zwischen Oktober und November ab.

Lebensraum in Deutschland

Das Reh ist flächendeckend in Deutschland angesiedelt. Rehe bevorzugen Bereiche mit ausreichender Deckung und Äsungsvielfalt, wie Buschwerk und abwechslungsreiche Waldrandzonen. Diesem Lebensraum entspricht auch der Körperbau. Er ist für das leichte Einschlüpfen und das lautlose Bewegen im Buschwerk sehr gut geeignet. Das Reh ist sehr anpassungsfähig und wird häufig auch als „Kulturfolger“ bezeichnet, dadurch sind sie auch beispielsweise in Stadtwäldern zu finden oder werden oft auch neben vielbefahrenen Autobahnen gesichtet.

Lebensweise und Fortpflanzung

Vorwiegend in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv, leben Rehe hauptsächlich in kleinen Familienverbänden. Nur die erwachsenen Böcke leben ausserhalb der Brunft einzeln. Im Winter kann man grosse Gruppen von bis zu 50 Tieren auf den zwar deckungslosen aber äsungsreichen Feldern beobachten.

Die Brunft des in Deutschland heimischen Rehs findet zwischen Ende Juli und August statt. Der Wurf ist im Mai des darauffolgenden Jahres und besteht häufig aus 1-2 Kitzen, selten aus 3 oder gar 4. Die Jungtiere werden zwei bis drei Monate lang gesäugt. Die weisse Fleckung des Fells der Kitze dient der Tarnung. Ausserdem sind sie geruchlos, um nicht von Beutegreifern aufgestöbert werden zu können. Die Muttertiere legen die Kitze in dichter Vegetation ab und suchen diesen Ort nur auf, um den Nachwuchs zu säugen oder zu säubern. Erst im Alter von einigen Wochen können sie der Mutter folgen, bei der sie bis zum nächsten Frühjahr bleiben. Rehe werden im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Sinne

Rehe äugen mit einer Brennlinie, was bedeutet, dass sie Bewegungsseher sind und vermögen nur über einen sehr kleinen Bereich dreidimensional zu beobachten. Jedoch vernehmen Rehe sehr gut und ihr Witterungsvermögen ist ausgezeichnet. Mit dem Windfang entscheiden sie in vielen Fällen über ihr Feinverhalten. Sobald dadurch Klarheit über die Störungsursache geschaffen ist, setzt das angemessene und arteigene Fluchtverhalten ein.

Bejagung

Die Jagdzeit ist Ländersache. In den meisten Bundesländern werden Böcke und Schmalrehe ab dem 16. Mai bejagt und Kitze ab 1. September. Das Ende der Jagdzeit auf Ricken, Schmalrehe, sowie Kitze ist in einigen Bundesländern der 31. Januar, in manchen fällt der letzte Jagdtag auf Kitze auf den 28. Februar.

Zubereitungstipps

Zartes, fettarmes Fleisch. Rehrücken und Rehkeule sind Edelstücke. Kurz braten oder rosa schmoren. Passt hervorragend zu Preiselbeeren, Rotkohl und Spätzle.

Steckbrief

Kategorie: Fleisch

Saison: Mai - Januar

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