Damwild

Beschreibung

Allgemein

Der Damhirsch ist grösser als das Reh, aber kleiner und vor allem leichter als der Rothirsch. Gerade unter den Jägern sorgt er für geteilte Meinung. Die Einen finden den Rothirsch als Krone des Waidwerks. Wieder anderen geht dagegen nichts über einen brunftigen Damhirsch. Gerade das Wildbret soll schmackhafter sein. Aufsteigend nach der Stärke unterscheidet man beim Damhirsch Damspiesser, Löffler, Halbschaufler, Schaufler und Vollschaufler. Das weibliche Damwild wird als Kahlwild, Damtier oder dann später auch Alttier bezeichnet. Das neugeborene Junge gilt als Kalb. Das Damwild ist ein Wiederkäuer und ein reiner Vegetarier. Es ernährt sich überwiegend von Gräsern, aber auch Raufutter. Im Unterschied zum Rotwild bevorzugt es weiche Pflanzen. Bei ausreichender Baummast nimmt es besonders gerne Kastanie, ebenso Bucheckern oder Eicheln auf. Erhebliche Schäden kann das Damwild zur Milchreife in den Feldern verursachen. Um den eigenen Wasserbedarf in trockenen Perioden zu decken, schlägt das Damwild Rüben aus. Im Winter findet man ein Damwildrudel auf Rapsflächen an. Das Sommerhaar ist hellrotbraun mit in Linien verlaufenden, weissen Flecken. Das Winterhaar ist dunkelbraun mit nur angedeuteter Fleckung. Der verhältnismässig lange Wedel des Damwildes ist optisch auffällig und wichtig für die innerartliche Verständigung. Das Damwild kann zwischen 15 und 20 Jahre alt werden.

Das Geweih und Schaufeln

Das Geweih des Damhirsches ist ein knochiger Auswuchs der Rosenstöcke. In der Regel entwickelt es sich wie folgt: Spiesser, Löffler und Knieper.

Im Winter des ersten Lebensjahres bilden sich beim Damhirschkalb die Rosenstöcke, diese sind etwa Mitte Februar des Folgejahres ausgebildet. Hierauf wachsen ab Anfang März rosenlose Spiesse. Das Erstlingsgeweih wird Ende Juli bis Mitte August gefegt. Etwa Mitte Mai des darauffolgenden Jahres werden die Spiesse abgeworfen. Danach schiebt der Hirsch vom 2. Kopf erstmalig ein Geweih mit Rosen, Aug- und Mittelsprossen und bei guter Veranlagung eine kleine Schaufel. Gut veranlagte Damhirsche vom 2. oder 3. Kopf schieben oft seltsame Geweihformen. Diese bilden V- oder O-förmige, sowie andere Einkerbungen in der Schaufel. Das Geweihwachstum gibt auch dem Damhirsch seinen jeweiligen Namen in der Entwicklung. So folgt dem angehenden Schaufler der Halbschaufler, darauf der Vollschaufler. Dies geschieht beim Damhirsch vom 10. bis 12. Kopf. Das Abwerfen der Geweihe findet zwischen 5. April und 10. Mai statt. Im Gegensatz zum Rothirsch geschieht dies bei jungen und alten Damhirschen nahezu gleichzeitig.

Lebensraum in Deutschland

Das europäische Damwild beschränkt sein Vorkommen in freier Wildbahn auf mischwaldreiche Landschaften in den Niederungen und im Hügelland in klimatisch milderen Regionen. Es meidet nach Möglichkeit reinen, grossflächigen Nadelwald. Jedoch kleine Wälder wo viel Dickung- und Stangenholz herrscht, werden vom Damwild sehr gerne zur Deckung genommen. Dort wo Felder, Wiesen und Weiden an den Wald grenzen, findet das Damwild optimale Lebensbedingungen. Auch die Gatterhaltung ist in Deutschland verbreitet.

Lebensweise

Das Interessante und einer seiner Vorteile ist, dass das Damwild tagaktive Tiere sind. Sie sind sehr gesellig und auch sehr standorttreu, allerdings unsteter und unruhiger als das Rotwild. Die Damtiere leben mit den Kälber in Verbänden, hingegen die Damhirsche bevorzugen kleine, locker zusammenhaltende Rudel. Anhand von dem Wedel kann ein Jäger sehr gut die Stimmung des Damwildes erkennen. So ist ein Damwild entspannt, wenn es locker den Wedel herabhängen lässt und nur gelegentlich bewegt. Hingegen bei Feindverdacht wird er, in sich leicht nach oben gekrümmt, bis in die waagerechte gehoben. Damwild gilt als krankheitsresistent, worauf das rückzuführen ist, ist konkret noch nicht bekannt.

Brunft

Die Brunft des Damwildes beginnt Mitte Oktober und reicht in den Monat November. Sie spielt sich während des ganzen Tages ab. Vor der Brunftzeit wird vom Damhirsch in den Wäldern Brunftplätze in den Boden gestampft. Brunftplätze werden vorwiegend in der Deckung der Wälder gemacht und durch Hineinnässen gekennzeichnet. Meist liegen die Damhirsche in respektvoller Entfernung, aber mit Sichtkontakt zu Rivalen. Die Brunftplätze unterscheiden sich voneinander in Grösse und Tiefe. In die freigeschlagene Bodenvertiefung legt sich der Damhirsch immer wieder, um ihn steht das Kahlwild. Während der Brunft sind Rangeleien nicht selten. Oft reicht aber schon ein Drohen oder Imponieren um den Rivalen zu vertreiben, wenn nicht, kommt es zum erbitterten Kampf, der mehrere hundert Meter weit zu hören ist. Während der Brunft zieht das Kahlwild umher, um in strenger Familienordnung, zu den verschiedenen Hauptbrunftplätzen zu wechseln. Das Kahlwild sucht sich den Damhirsch ihrer Wahl aus. Damtiere tragen 33 Wochen. Sie setzen normalerweise Ende Juni/Anfang Juli jeweils ein Kalb, sehr selten kommen Zwillinge vor. Damwildkälber werden 3,5 bis 4 Monate gesäugt. Bis zum folgenden Frühjahr besteht eine enge Bindung zwischen Tier und Kalb. Geschlechtsreif ist ein Damwild zwischen 2 und 2,5 Jahren.

Sinne

Damwild übertrifft das Rotwild im Eräugen und Erkennen. Zudem haben sie einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Bei Gefahr oder wenn das Rudel beunruhigt flüchtet es nicht sofort, sondern stellt sich dicht zusammen und äugt in Richtung Gefahr. Auf Störungen hingegen reagiert es teilweise verfrüht und flüchtet in das Dickicht.

Zubereitungstipps

Feines, zartes Fleisch mit mildem Wildgeschmack. Ideal für Einsteiger. Damwildrücken eignet sich hervorragend zum Kurzbraten. Auch als Medaillons oder Filet sehr beliebt.

Steckbrief

Kategorie: Fleisch

Saison: Juli - Februar

Aktive Angebote: 0

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