Feldhase

Beschreibung

Allgemein

Der Feldhase zählt zu den allgemein bekanntesten und volkstümlichsten Wildarten. Er kommt in zahlreichen Fabeln (Meister Lampe), Tiergeschichten oder Volksbräuchen, wie z.B. Ostern, vor. Nur wieviel wissen wir über ihn? Erst in den 70ern schenkten ihm Wildbiologen mehr Beachtung. Der weibliche Hase wird als Häsin oder Zibbe benannt, der Männliche als Rammler und die jungen Hasen, ganz einfach Junghasen oder Häschen. Feldhasen ernähren sich vegetarisch. Sie äsen überwiegend Wildkräuter und Ackerpflanzen, aber auch Gräser und frische Knospen von Pflanzen. Insgesamt beläuft sich die Äsung auf 80 unterschiedliche Pflanzenarten. In freier Wildbahn werden Feldhasen maximal 5 Jahre alt, das längste in häuslicher Obhut waren 7,5 Lebensjahre.

Lebensraum in Deutschland

Den Ursprung hatte der Feldhase als Steppenbewohner, heute lebt er in unseren vielfältigen Kulturlandschaften. Die Besiedlungsdichte ist aber abhängig vom Habitat (Lebensraum). Hasen bevorzugen offene Feldlandschaften, dadurch kommen sie in grösseren Waldgebieten weniger häufig vor, wobei sie im allgemeinen Randzonen bevorzugen. Ideale Bedingungen für eine grosse Hasendichte sind sieben an der Zahl:

  • Jahrestemperatur soll durchschnittlich über 8 Grad sein
  • Niederschlag soll im Jahresdurchschnitt unter 600 Millimeter fallen
  • Höhenlagen über 300 Meter
  • Luftige, schnelltrocknende und fruchtbare Böden sehr förderlich
  • Kleinräume Feldparzellen, in der Nähe keine grösseren Waldkomplexe
  • Niedriger Besatz von Beutegreifern
  • Schonende Bejagung

Lebensweise

Tagsüber sitzt er zur Deckung und um zu Ruhen in einer Mulde, auch Sasse genannt, die seinem Körper angepasst ist. Der Kopf ist gegen den Wind gerichtet, um rechtzeitig Gefahren wittern zu können. Der Feldhase ist sehr standorttreu und ein Meister der Tarnung. Bei Gefahr duckt er sich, mit angelegten Löffeln, bis zum allerletzten Moment in seine Sasse, um dann zu flüchten. Der Feldhase ist durch seine Hinterbeine generell sehr flink, macht Sprünge und schlägt Haken, hält aber auch inne, stellt sich auf die Hinterbeine um die Lage zu beobachten. Feldhasen können eine Geschwindigkeit von bis zu 80km/h erreichen. Der Feldhase lebt nachtaktiv als Einzelgänger und ist sehr scheu. Beziehungen zwischen Häsin und ihren Jungen ist meist nur von kurzer Dauer. An Äsungsstellen finden sich Feldhasen allerdings verträglich zusammen.

Rammelzeit und Junghasen

Die Rammelzeit erstreckt sich von Januar bis hin zum August oder gar September. Es bilden sich in dieser Zeit grössere „Hochzeitsgesellschaften“ und den ganzen Tag über sind lebhafte Verfolgungsjagden zwischen Rammler und Häsin, dabei lernen sich die jeweiligen Hasenpaare kennen, meist bleiben sie nach der Begattung zusammen. Im Laufe von Frühjahr und Sommer kann es zu weiteren Begattungen kommen, allerdings diesmal ohne lebhaftes Paarungstreiben. Rammler kümmern sich nicht um die Aufzucht der Junghasen, leben allerdings in Einehe und nicht, wie man lange vermutete, in einer Vielehe, wobei gelegentlicher Partnerwechsel möglich ist. Die Tragezeit dauert 40 bis 42 Tage. Die Häsin setzt zwischen ein und vier Junghasen, pro Jahr kann sie sieben bis 8 Jungen zur Welt bringen bei drei oder vier Sätzen. Am Ende einer Tragezeit ist ein neues Befruchten durchaus möglich, dies nennt man Superfötation. Junghasen werden bis zu 30 Tage gesäugt, sie sind ausserdem „Nestflüchter“, was bedeutet, dass sie sich 2-3 Tage nach dem Wurf zerstreuen, finden sich aber zum Säugen wieder im Nest ein. Dies geschieht meist abends nach Sonnenuntergang, ab und an morgens vor Sonnenaufgang.

Sinne

Feldhasen vernehmen ausgezeichnet. So spüren sie Erschütterungen in ihrer Sasse, z.B. von herannahenden Spaziergängern. Ebenso wittern sie sehr gut und sind Bewegungsseher, sie können im 360° äugen, ohne den Kopf zu bewegen.

Unterschiede zum Kaninchen

  • Das Fell des Feldhasen ist rotbraun, im Gegensatz zum Kaninchen, welches ein graubraunes Fell hat.
  • Der Feldhase hat wesentlich längere Ohren mit weissen Spitzen
  • Der Feldhase hat lange Hinterläufe (Keulen), so dass sein Laufbild besonders auffällig ist.
  • Kaninchen sind Nesthocker, was bedeutet, sie sind nach dem Sätzen nackt und blind
  • Feldhasen bauen ihre Sassen oder Lager oberirdisch, hingegen die Wildkaninchen legen sich Erdhöhlen an, die Jungen werden in Satzzröhren geworfen und gesäugt
  • Feldhasen sind in der Regel Einzelgänger, Kaninchen leben in Kolonien.
  • Hasen halten in der Bewegung den Schwanz nach unten gerichtet, bei Kaninchen wippt er auf und ab, sodass die weisse Unterseite zu sehen ist
  • Bei der Flucht ist das Kaninchen einen Augenblick schneller als der Feldhase und schlägt mehr Flanken.
  • Bei den Kaninchen existiert in beiden Geschlechtern eine Rangordnung. Die Stellung des Platzrammlers wird bei den Männchen oft erbittert umkämpft. Der Platzrammler hat den Anspruch sich mit jeder Häsin zu paaren. Neben dem Platzrammler steht die ranghöchste Häsin. Diese wirft ihre Jungen im gemeinsamen Wohnbau und zieht hier auch die Jungen gross. Dadurch haben diese bessere Überlebenschancen als der Nachwuchs in den abseits gelegenen Wurfbauen.

Zubereitungstipps

Dunkles, aromatisches Fleisch. Klassisch als Hasenbraten, Hasenpfeffer oder Hasenrücken. Junge Hasen sind zarter. Ältere Tiere gut marinieren und langsam schmoren.

Steckbrief

Kategorie: Fleisch

Saison: Oktober - Januar

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