Wildente

Beschreibung

Allgemein

Die Stockente gehört unter den heimischen Entenarten nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den Anpassungsfähigsten. Woher hat die Stockente ihren Namen? Eine mögliche Variante wäre, da sie zuweilen auf, bis auf den Stock zurückgeschnittene, Weiden brütet. Das Entenmännchen, genannt Erpel, trägt vom Spätherbst bis zum Frühsommer das Prachtkleid mit grünschimmerndem Kopf, brauner Brust und grauem Rücken. Auffallend auch die aufgerollten Schwanzspitzen, die sogenannten Erpellocken. Die Entenweibchen bleiben das ganze Jahr über schlicht gefärbt. Das Entenjunge bezeichnet man als Küken. Wildenten ernähren sich bevorzugt von Sämereien, grüne Wasser-, Ufer- und Landpflanzen. Zu ihrem Ernährungsspektrum gehören aber auch Krebse, Larven, Weichtiere, Laich, kleine Fische usw. Um an ihre Nahrung zu gelangen gründeln Wildenten. Das bedeutet, ihre Rückenpartie (Bürzel) ragt senkrecht aus dem Wasser, sie suchen den Gewässerboden, bis zu einem halben Meter tief, nach essbarem ab. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 15 Jahren in freier Wildbahn, unter menschlicher Pflege können sie aber auch bis zu 40 Jahre alt werden.

Lebensraum in Deutschland

Wie schon oben erwähnt, ist die Stockente sehr anpassungsfähig, daher kann man sie an grösseren und kleineren Gewässern sehen, ebenso wie an Flüssen oder Bächen. Sogar manch einer hat schon in seinem Teich ein brütendes Entenpärchen gehabt. Während viele Stockenten ein ausgeprägtes Wanderverhalten haben, bleiben unsere eher sesshaft.

Lebensweise

Wildenten haben ein sehr grosses Sozialverhalten. Sie leben ohne Rangordnung zusammen, wo sie unter dem „Wassergeflügel“ die einzige Art sind, dennoch können sie sich verteidigen und dadurch auch kämpfen. Zu einem Kampf kommt es meist in der Balzzeit oder um „sein“ Entenweibchen zu beschützen. Wildenten verbringen oft mehrere Stunden täglich mit dem Putzen ihres Gefieders. Stockenten sind ebenso tag-, wie auch nachtaktiv.

Fortpflanzung und Balzverhalten

Die Balz ist ein besonderes Verhalten in der Entenwelt zur Anlocken eines Partners. Das Paarungsverhalten der Stockenten ist auffällig und beginnt meist schon im Herbst. Erpel imponieren den Weibchen mit Pfeiftönen, regelmässiges Niederducken und im Kreisschwimmen. Es gibt zwei unterschiedliche Balzarten zum Einen wie beschrieben die Einzelbalz, wenn hingegen mehrere Erpel synchrone und komplizierte Bewegungen machen, bezeichnet man dies als Gruppenbalz. Die Reihzeit, so wird die Balz noch genannt, da sich mehr Erpel hinter einem Weibchen einreihen, ist im Januar/Februar. Das Ende der Balzzeit und somit Beginn der Fortpflanzung ist im Frühjahr. Während Entenweibchen treu sind, kann es bei den Erpeln, gerade zum Ende der Balzzeit vorkommen, dass sie noch andere Weibchen begatten. Leider kommt es häufig vor, dass das Weibchen von anderen Erpeln belästigt wird, hat sie einen Partner so wird sie bis zum Kampf hin verteidigt. Gemeinsam macht sich das Entenpaar nach der Paarung, auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz, dieser kann manchmal bis zu 3 km vom Gewässer entfernt liegen. Ist ein Nest gebaut, beginnt die Brut, der Erpel verlässt nun die Ente. Es wird einmal im Jahr zwischen 7 und 16 Eier gelegt und 25 bis 28 Tage gebrütet. Küken sind Nestflüchter, sie sind schon nach dem Schlüpfen sehr weit entwickelt und verlassen nach 6 bis 12 Stunden zum ersten Mal das Nest und können da bereits schon schwimmen.

Prägung

Interessant ist bei den Enten bzw. bei den Küken die Prägung der Mutter. Nach dem Schlüpfen folgen sie demjenigen, den sie zuerst erblicken, meist der Enten-Mutter. Zwei Besonderheiten unterscheidet die Prägung. Zum einen ist das Erlernte irreversibel, nicht umkehrbar und zum anderen ist das Lernen auf eine kritische Periode beschränkt, auch sensible Phase genannt.

Sinne

Die ausgeprägten Sinne von Geschmack, Geruch, Gehör und Augen helfen der Ente fast in jeder Situation weiter. Mit den Augen hat die Wildente einen Blickwinkel von je Auge 160°, so kann sie fast alles erspähen ohne dabei den Kopf zu bewegen. Um allerdings dreidimensional (3D) wahrnehmen zu können, muss der Gegenstand immer in vergrösserter Schnabelbreite liegen. Das ist allerdings nicht schlimm, da Vögel meist den Kopf bewegen und damit kein Problem haben. Eine Ente kann Gegenstände bis zu einer Entfernung von 80m überblicken. Wildenten haben eine ständige Wachsamkeit. Die Stockenten dösen im Wasser, auf dem Land oder im Entenrudel und haben dabei den Schnabel dicht ins Gefieder gesteckt und zwinkern ab und an mit den Augen.

Zubereitungstipps

Dunkles, saftiges Fleisch. Ganz braten oder die Brust kurz anbraten. Passt zu Orangen, Kirschen und kräftigen Saucen. Nicht zu trocken garen.

Steckbrief

Kategorie: Fleisch

Saison: September - Januar

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